Kreative Kooperationen
Projekte von Studierenden in unserer Ausstellung
An der gestalterischen Umsetzung der Ausstellung waren zahlreiche kreative Köpfe beteiligt, darunter Studierende der Münster School of Design unter der Leitung von Jochen Stuhrmann sowie des Fachbereichs Interaction Design der Hochschule Osnabrück unter der Leitung von Henrik Arndt.
Atmosphärischer Auftakt
Für das Intro der Ausstellung entwickelten wir einen Animationsfilm, der das Thema visuell erfahrbar macht. Unsere Idee war es, durch atmosphärisches Storytelling einen emotionalen Zugang zu schaffen und die Ausstellung als immersives Erlebnis einzuleiten. Dabei arbeiteten wir mit zwei Erzählebenen: der rituellen Handlung selbst und einer rückblickenden, fragmentarischen Geschichte hinter den Objekten. So werden komplexe Inhalte intuitiv verständlich und laden zur eigenen Interpretation ein.
Der Prozess umfasste Stilentwicklung, Storyboard und Animation, basierend auf realen Exponaten. Dieses Projekt zeigt, wie Museen Inhalte für ein breites Publikum zugänglich und erfahrbar machen können.
Zhanna Naltaeva
Zhanna bewegt sich zwischen Illustration, Animation und visuellem Storytelling. Nach ihrer internationalen künstlerischen Ausbildung entdeckte sie ihre Freude an Animation als neue Ausdrucksform. Sie interessiert sich für neue Medien und probiert verschiedene narrative Formen aus, die die Betrachtenden einbeziehen und eigene Interpretationen zulassen.
Olza Grajqevci
Olza studiert Design mit dem Schwerpunkt auf Illustration und arbeitet vor allem in Bereich Buchillustration sowie 2D-Animation und Concept Art. Sie interessiert sich besonders dafür, wie visuelles Storytelling funktioniert und wie man durch Gestaltung Emotionen und Atmosphäre vermitteln kann.
Elisa Weubek
Elisa studiert Design mit einem Fokus auf 2D Animation und Illustration. In ihren Arbeiten erweckt sie Erzählungen mit Liebe zum Detail zum Leben. Sie interessiert sich dabei insbesondere für ausdrucksstarkes Charakterdesign und das Experimentieren mit neuen Animationsstilen.
Ein roter Faden aus Formen
Im Zuge der Ausstellung habe ich bei dem Gestalten des Erscheinungsbilds mitgearbeitet. Meine Aufgabe war es, ein visuelles Element zu entwerfen, welches sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung zieht. Dafür habe ich mir die Ausstellungsstücke noch einmal genauer angeschaut, wobei mir besonders die vielen Muster und Motive auf den Gegenständen und Stoffen aufgefallen sind. Für mich repräsentieren sie die Kultur und Lebensweise der Germanen, ihren Glauben und die Einflüsse auf sie von Außen. Diese Motive dienten daher als Inspirationsquelle für meine Aufgabe.
Aus ihnen habe ich neue Muster entwickelt, die jeweils für einen Raum in der Ausstellung stehen und diese visuell zusammenbringen. Zusätzlich habe ich die Icons für die Ausstellung und Themenbereiche gestaltet und am Farbkonzept mitgearbeitet.
Maria Libor
In ihrem Studium konzentriert Maria sich vor allem auf den Schwerpunkt Kommunikationsdesign. Besonders interessant findet sie die Kommunikation von Marken oder Einrichtungen nach Außen und die Arbeit mit Form, Farbe und Typografie.
Forschungsgeschichte trifft Graphic Novel
Meine Aufgabe war es, eine Graphic Novel über den Archäologen Conrad Engelhardt und seine Ausgrabungen im Thorsberger Moor bei Süderbrarup sowie im Nydam-Moor bei Sønderborg zu entwickeln. Meine Idee war, diese historischen Ereignisse spannend und visuell ansprechend darzustellen.
Ich habe mich dafür entschieden, weil ich schon immer einen Comic gestalten wollte, der Geschichte für ein breites Publikum zugänglich macht.
Teresa Kopp schrieb das Skript, während ich eigenständig zum 19. Jahrhundert recherchierte und zahlreiche Skizzen entwickelte. Besonders relevant ist das Projekt, weil es die Atmosphäre der Entdeckungen greifbar macht und Geschichte lebendig vermittelt.

Marie Nowakowski
Marie studiert mit dem Schwerpunkt Illustration. Besonders interessiert sie sich für storybasierte Videospiele sowie für das Lesen von Mangas, Webtoons und Comics. Generell fasziniert sie visuelles Storytelling in all seinen Formen, und ihr Ziel ist es, eigene Geschichten durch Bilder lebendig zu erzählen.
Verorten, verstehen, entdecken
Die Gestaltung der Karten hat uns von Anfang an direkt begeistert. Sie sind ein Teil des Projekts, der sich durch die ganze Ausstellung zieht. Zum einen erklären Karten Ursprünge und Hintergründe zu komplexen Themen. Gleichzeitig schaffen sie es, auch Kindern einen verständlichen Einstieg in das Thema zu geben.
Bei unserer Gestaltung der Karten haben wir einen Mittelweg zwischen übersichtlicher Informationsgestaltung und ansprechenden Illustrationen gesucht. Vom Verlauf des Deutsch-Dänischen Krieges im Jahr 1864 bis zur spielerischen Puzzlekarte haben wir eine vielfältige Mischung unterschiedlichster Karten erarbeitet. Ihre Gestaltung soll die jeweiligen Themen tragen, ohne abzulenken. Sie helfen den Besuchenden, die Dimensionen zu verstehen: Wo befinden wir uns an diesem Punkt der Ausstellung und wie steht das in Relation zu mir?
Lea Bleckmann
Lea hat ihr Studium mit und wegen der Illustration begonnen, im Verlauf jedoch auch das Kommunikations- und das Informationsdesign für sich entdeckt. Sie versucht mit Illustrationen und Worten wichtige Inhalte übersichtlich und prägnant wieder zu geben, ohne dabei die visuelle Ästhetik aus den Augen zu verlieren.
Paula Heymann
Paula studiert Design mit dem Schwerpunkt Illustration. Neben dem bebildern von Geschichten hat sie ein besonderes Interesse daran, wissenschaftliche Zusammenhänge und Erkenntnisse mit illustrativen Arbeiten anschaulich darzustellen. Die Sonderausstellung im Museum Kalkriese gab ihr die Möglichkeit, diese Interessen noch weiter zu vertiefen.
Vom Fund zum rekonstruierten Zaumzeug
Diese App untersucht, wie aus archäologischen Fragmenten Vorstellungen von Vergangenheit entstehen. Sie zeigt originale Zaumzeugfunde aus dem Thorsberger und Nydammer Moor, präsentiert wissenschaftliche Rekonstruktionsversuche und lädt dazu ein, selbst eine Rekonstruktion zu puzzeln.
Rekonstruktionen werden nicht als feste Wahrheiten dargestellt, sondern als Annäherungen auf Basis von Forschung, Vergleichen und begründeten Annahmen. Die App macht sichtbar, dass Archäologie ein offener, interpretativer Prozess ist. Eine zentrale Herausforderung war es, mich als fachfremde Person in komplexe Fachtexte einzuarbeiten und sie gestalterisch zu übersetzen. Ziel ist es, BesucherInnen zum Weiterdenken anzuregen und durch eigene Rekonstruktionen aktiv am wissenschaftlichen Diskurs teilzunehmen.
Lena Göwecke
Lena ist Designstudierende mit dem Schwerpunkt Illustration und bringt eine langjährige Auseinandersetzung mit Produktdesign mit. Besonders interessieren sie partizipative Designprozesse sowie Research through Design als Methode, um Wissen nicht nur darzustellen, sondern aktiv zu erzeugen. In ihrer Arbeit versteht sie Design als vermittelnde und forschende Praxis, die bestehende Fragestellungen erweitert und neue Perspektiven eröffnet. Ziel ist es, Design als eigenständigen Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung sichtbar zu machen.
Das Moor als Zeitkapsel
In der Ausstellung sind Exponate aus dem 2.-5. Jahrhundert zu sehen, die im Moor erstaunlich gut erhalten blieben. Um zu zeigen, wie Schwerter, Schilde oder Tuniken die Zeit überdauerten, entwickelte ich eine interaktive Station. Sie erklärt, dass das Moor wie ein Einmachglas funktioniert. Die Gegenstände durchlaufen eine Art Zeitreise und werden so über Jahre konserviert.
Im Zentrum der Station steht eine Infografik, die die unterschiedlichen Erhaltungsbedingungen von Nieder- und Hochmoor erklärt. An den Seiten laden zwei interaktive Stationen dazu ein, selbst eine imaginäre Ausgrabung durchzuführen. Besonders spannend war es ein für viele eher trocken wirkendes Thema anschaulich und lebendig aufzubereiten. Für die Illustrationen kombinierte ich analoge Zeichnung mit digitaler Kolorierung.

Luzia Lindner
Luzia Lindner schloss im Februar 2026 ihr Bachelorstudium an der Münster School of Design ab. Ihre besondere Leidenschaft gilt der Wissenschaftsillustration. Schon während ihrer Schulzeit und auch darüber hinaus nutzte sie Zeichnungen als Werkzeug, um sich Themen zu erschließen. Heute macht sie komplexe Inhalte für Museen oder Bücher durch eine klare Bildsprache verständlich.





























